Das war die 18. Qin Woo Weltmeisterschaft 2026 in Bernau

Zum ersten Mal wurde die Weltmeisterschaft des Qing Woo Weltverbandes in Deutschland ausgetragen – in Bernau, dort wo wir seit 2010 schon so viele Male an Turnieren teilgenommen haben. Es war die 18. WM des Verbandes, die Dirk Ritt und Mike Wedding von der „German Qin Woo Athletic Federation“ nach Deutschland geholt haben. Und was die Freunde aus Bernau da auf die Beine gestellt haben, war wirklich nicht zu toppen – perfekte Organisation in brandneuer Halle mit allem was das Sportlerherz begehren kann. Am Freitag gab es nach den üblichen Meetings für Wertungsrichter, Trainer und Verbandsoffizielle am Abend eine Eröffnungszeremonie mit einer Kungfu-Show, die wirklich beeindruckend war und in der mehrere Nationen ihr Können zeigten. Am Samstag und Sonntag wurden dann die Formenwettkämpfe auf zwei großen Wettkampfflächen (internationale Maße) durchgeführt in etwa 80 Kategorien mit jeweils bis zu 16 Starts pro Kategorie. Und am Montag wurde den Gästen aus aller Welt dann die Möglichkeit gegeben, Bernau als Stadt mit mittelalterlicher Geschichte kennenzulernen. Den Abschluss bildete am Montag Abend ein großes gemeinsames Essen in der Sporthalle als gigantisches Buffet mit weiteren, besonderen Show-Einlagen, Ehrungen und einer Party mit geschätzt 500 Gästen. So weit, so kurz.

Wir hatten leider keine Teilnehmer:innen, was aber zukünftig anders werden kann und soll, denn in den sogenannten offenen Kategorien – also außerhalb des eigentlichen Qing Wu Programms, können mittlerweile auch andere Stile und Tai Ji Quan Formen um Medaillen kämpfen – auch auf der WM, wie wir das aus den nationalen Wettkämpfen in Bernau schon kannten. Petra und ich hatten unsere Unterstützung zugesagt, und waren schon deshalb dabei. Erst sehr knapp vor der WM bat man uns, auch als Wertungsrichter zur Verfügung zu stehen. Tatsächlich waren wir die einzigen beiden Wertungsrichter aus Europa und mussten so beide Tage durchgängig werten – obwohl unter den 15 qualifizierten Nationen auch sechs europäische waren. In der Folge wurden wir bereits angefragt als Wertungsrichter für die nächste WM in der chinesischen Provinz Shandong im Sommer 2028 und mit entsprechende Zertifikaten ausgezeichnet, die in Kürze in unserer Teestube zu besichtigen sein werden. Zusätzlich hatten wir es übernommen, den parallel laufenden Kalligraphie-Wettbewerb zu organisieren und durchzuführen, was wir gemeinsam mit Ming Yang (Yangs China-Kultur in der Schöneberger Grunewaldstraße) auch getan haben – und mehr. Für uns war es völlig logisch, dass die entsprechenden Arbeiten dann ebenso ausgezeichnet wurden, wie die Erfolge in den Formenwettkämpfen – also öffentlich im Rahmen der Siegerehrungen und mit einer kleinen, improvisierten Ausstellung der Arbeiten. Erst anschließend erfuhren wir, dass das so noch nie vorgekommen war. Alle Künstler, aber auch Sportler und Zuschauer waren jedenfalls begeistert und wünschen sich das für die Zukunft wieder.

Und dann war da ja noch die Eröffnungsshow – der Eine oder die Andere wird sich erinnern, dass wir eigentlich einen Beitrag mit unseren „Flugdrachen“ aus China vorbereiten wollten, wozu sich wegen der Sommerferien aber niemand bereit erklärt hatte. Petra und ich haben deshalb entschieden, das selbst in die Hand zu nehmen: nach dem Löwentanz der Freunde aus Bernau und den unvermeidlichen offiziellen Teilen (und Reden) sind wir dann zu zweit mit zwei Drachen aufgetreten und haben zu chinesischer Musik (über eine wirklich professionelle Anlage) fünf Minuten die Drachen tanzen lassen – häufig knapp über den Köpfen der Athleten und einiger hundert Zuschauer hinweg. Der Erfolg hat uns umgehauen. Die Leute haben getobt, über den gesamten Wettkampf hinweg wurden wir immer wieder darauf angesprochen und Bezeichnungen wie „das Highlight überhaupt“ waren keine Seltenheit. Während der Abschlussfeier kam eine Anfrage aus China rein, ob wir bereit wären, eine solche Show auch 2028 in Shandong beizusteuern – wir haben spontan zugesagt.

Der gesamte Wettkampf lief übrigens auch als Livestream, ein Bericht kam auf rbb im deutschen Fernsehen und eine fünfminütige Sendung auf CCTV 1 in China – und immer waren aus unsere Drachen dabei. – Wu Li.

Fotos: Robert Niemann

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